Das "Goaßlschnöllen"

Laut mündlicher Überlieferungen stammt das Goaßlschnöllen von den Bergbauern. Auf den Almen wurde zu vorher vereinbarten Zeiten täglich geschnöllt. So konnte man sicherstellen, dass sich zwischenzeitlich niemand verletzt hatte. Falls also jemand zur vorgesehenen Zeit nicht schnöllte, sah man nach, ob alles in Ordnung war. Daher war das Goaßlschnöllen ursprünglich eine Form der Verständigung im Gebirge.

 

Das Schnöllen ist auch ein fester Bestandteil der Axamer Tradition und daher auch der Fasnacht. Geschnöllt wird während dieser Zeit hauptsächlich vom Tuxer, einer Figur der Fasnacht. Dieser verkörpert einen starken, jungen Mann, der durch das Goaßlschnöllen den Winter aus dem Dorf vertreibt, also "hinausschnöllt". Deshalb ist er auch ein Symbol für den Frühling.

 

Die Goassl ist ein speziell geknüpftes Seil, welche zum Ende hin immer dünner wird. Sie wird beim Schnöllen am dicken Ende festgehalten, wo sich auch der Griff aus Holz befindet. An der Verbindungsart mit dem Griff kann unterschieden werden zwischen einer "starren Goaßl"(Blid rechts) und einer gelenkigen Goaßl (Urform). Am dünnen Ende befindet sich die "Schmitza", wie sie in Axams genannt wird. Sie ist ein Stück Schnur, welches beim Schnöllen den lauten Knall erzeugt. Durch die Bewegung wird sie auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt, daher der laute Knall. Der Klang des Knalls hängt davon ab, welches Material für die Schmitza verwendet wird und wie lang sie ist. Ein lauter, scharfer Knall kann durch eine kurze, dünne und "weiche" (Plastikseil) Schmitza erzielt werden, während eine lange und dicke Schmitza einen dumpferen Knall erzeugt. Die Schmitza muss regelmäßig gewechselt werden, da durch das Schnöllen immer wieder Stücke abreißen.

 

Das Schnöllen an sich ist im Allgemeinen eine Bewegung, bei der man prinzipiell die Goassl über dem Kopf schwingt. Anfangs dreht man sie kreisförmig über dem Kopf. Der Knall wird erzeugt, wenn man die Richtung der Drehbewegung wechselt. Zum Beispiel beginnt man damit, die Goassl im Uhrzeigersinn zu drehen. Nach einem Knall sollte sie sich also gegen den Uhrzeigersinn drehen. Um das zu erreichen, wird der Griff vor dem Körper kräftig in die andere Richtung gezogen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Goassl selbst weder den Boden, noch den Körper berührt.

 

Im Prinzip kann diesen Brauch jeder erlernen. Ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, im Grunde ist es für jeden gedacht, der Spaß daran hat.  Wer sich interessiert und wirklich das Schnöllen lernen will, kann sich jederzeit beim Obmann (Kontakt) melden!

Tiroler Meister 2012:   Fritz Ehrensperger jun.

Goaßln in jeder Länge und Bauart erhältlich!

Kontaktaufnahme mit:

Gottfried Hepperger unter 0650 44 99 300 oder

Simon Leis unter 0664 51 37 226

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Letzte Aktualisierung: 29.10.2017

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